Radhaus - Archiv: Fahrradwege nicht ok!
Sicher zur Schule mit dem Fahrrad
ADFC klagt über fehlerhafte Radwege und
Beschilderung in Naumburg
- Alternativroutensuche in Aussicht
von Sindy Peukert, Naumburger Tageblatt, 12.09.08
Naumburg. Der Kreisverband Burgenlandkreis
(Naumburg) des Vereins
des Allgemeinen Deutschen
Fahrrad-Clubs (ADFC) traf sich Ende
der vergangenen Woche um die
Projekte der nächsten Monate zu
besprechen. Zur Überprüfung der
Sicherheit der Schulradwege führten
die acht aktiven Mitglieder im
Juli eine Testfahrt von drei Fahrradwegen
durch. Die Ortstermine
waren der Beginn für das Projekt
"Sicher zur Schule". So wurden
unter anderem Wege in der Nähe
der Georgen- und der Uta-Schule
untersucht und einige erstaunliche
Entdeckungen gemacht. "Ein Radweg
in der Weißenfelser Straße endete
mit einem Gully-Deckel. Dort
ist das Gefahrenpotential natürlich
enorm hoch.", erzählt der Kreisverband-
Vorsitzende René Amft von
den Erlebnissen auf der Testfahrt.
Freitag fand nun die Auswertung
der drei Besichtigungstouren statt.
Ergebnis ernüchternd
Das Ergebnis ist ernüchternd:
"Nicht ein einziger Radweg verdient
das Prädikat eines solchen.
Die Schilder sind nicht gerechtfertigt",
erklärt Ralph Steinmeyer, Inhaber
des "Radhaus Steinmeyer"
am Bahnhof. Er stützt sich auf die
Radfahrnovelle, welche unter anderem
Qualität und Breite eines
Weges bestimmt. In den kommenden
Wochen will der ADFC-Kreisverband
Burgenlandkreis die Situation
für Radfahrer in Naumburg
ändern. Sie wollen eine Entschilderung
aller Radwege fordern, die unberechtigt
als solche ausgezeichnet
sind. Dazu gehören Wege mit lückenhaften
Markierungen und
auch manche Strecke mit äußerst
schlechter Fahrbahnqualität. Als
Beispiel wurde hier der Radweg,
der am Heinrich-von-Stephans-
Platz beginnt und in Richtung
Theaterplatz verläuft, genannt. Ein
weiteres Manko der Stadt Naumburg
für Radfahrer bietet das nicht
in sich geschlossene Streckensystem.
Dies sorgt bei vielen Drahteselbenutzern
für große Verwirrung.
Beispielsweise kann hier die
unübersichtliche Salztorkreuzung
genannt werden.
Gegen Nutzungspflicht
Des Weiteren spricht sich der
ADFC klar gegen eine Benutzungspflicht
für die Radwege aus. Sie fordern
die Abschaffung dieser zum
Beispiel auf der Strecke zwischen
Jägerstraße und Spechsart. Doch es
gibt weitere Probleme in Naumburg
bezüglich Fahrradfahrer.
Während der Testtour im Juli haben
die Mitglieder festgestellt, dass
es vermehrt das "Geisterfahrer"-
Phänomen gibt. Gemeint sind Radfahrer,
die entgegen die Fahrbahnrichtung
radeln. "Die Menschen
müssen aufgeklärter sein. Auch
dies gehört zu unseren Aufgaben",
so Steinmeyer. Neben der richtigen
Fahrbahnrichtung ist auch auf Fußgänger
zu achten. "Was viele
Naumburger auch nicht wissen, ist
die Tatsache, dass ein gelegentliches
Fahren auf dem Fußweg möglich
ist, jedoch muss auf Fußgänger
geachtet werden", ergänzt Amft.
Niedrigere Bordsteine
Eine weitere Aufgabe, die bei der
Teambesprechung festgelegt wurde,
ist das Suchen nach Alternativrouten.
Ziel dieser Aktion ist die
Veränderung des Straßenbilds mit
minimalem Aufwand, die zu einer
maximalen Wirkung führt. So wurde
das Herabsetzen des Bordsteines
in der Graf-Stauffenberg-Straße
an der Einmündung zur August-
Bebel-Straße vorgeschlagen. "Je
stressfreieres Radfahren in Naumburg
möglich ist, umso mehr Menschen
werden auf den Drahtesel
zurückgreifen! Und diese umweltfreundlichere
Entwicklung dürfte
auch im Interesse der Stadt Naumburg
sein", so Steinmeyer.
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